Geh nicht von Böswilligkeit aus....

Jeden Morgen stehe ich auf und versuche meinen inneren Frieden zu verteidigen. Wenn ich das schaffe, dann kann ich mein Leben genießen -  dann bin ich im Moment.

Das wäre allerdings viel einfacher, wenn es nicht so viele Menschen geben würde, die so viel Mist machen! 

Andere Menschen können richtig nerven, besonders dann, wenn sie gegen unseren Willen handeln oder Dinge machen, die uns schaden:

Sie nehmen uns die Vorfahrt und wir verschütten bei der Vollbremsung unseren Kaffee.

Sie wählen die falschen Politiker, und wir müssen darunter leiden.

Sie essen Fledermäuse und wir müssen alle zuhause bleiben. 

Mann, das kann sauer machen!

Natürlich unterstellen wir diesen Menschen böse Absicht! Wir zweifeln an der Geistesgesundheit des anderen Fahrers, am Politikverständnis unserer Mitbürger und dem kulinarischen Grundverständnis anderer Völker. 

Wer wütend ist, hat seinen inneren Frieden in diesem Moment verloren. Wenn ich fluche, dann kann ich keine Vögel zwitschern hören.

Deswegen macht es Sinn einen Schritt zurückzugehen und zu überlegen:

Steckt wirklich Absicht dahinter? Sind sie sich bewusst, was Ihr Handeln anrichtet?

Hier kommt Hanlon's Razor ins Spiel:

Hanlon's Razor ist ein Sprichwort und sagt etwas über den wahrscheinlichsten Grund menschlichen Fehlverhaltens aus:

"Geh nicht von Böswilligkeit aus….

…. wenn Dummheit genügt."

Es bedeutet: 

Das meiste Fehlverhalten geschieht nicht mit bösen Hintergedanken, sondern aus schierer Inkompetenz.

Nicht jeder ist so gebildet wie du, oder sieht das große ganze so wie du, nicht jeder ist so talentiert wie du, oder fühlt sich so sicher hinter dem Steuer wie du.

Hanlon's Razor erklärt sicherlich nicht jedes Fehlverhalten - aber verdammt viel!

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  • Don Pedro sagt:

    Das ist wahre Ein- und Weitsicht, Stefan.

  • Regina sagt:

    Lieber Stefan, du schaffst es mir jeden Freitag eine gelassene Sichtweise der Dinge zu vermitteln. Die ganze Woche wird man überflutet mit Meldungen, ob man sie hören will oder nicht. Dann reicht nur ein sorgfältig ausgesuchter Satz von dir und der ganze Schrecken wird winzig klein. Man kann plötzlich wieder durchatmen und sich über die kleinen Dinge des Lebens freuen. Vielen lieben Dank dafür. Regina🌝

  • Harald sagt:

    Perfekt, ich bin mitten in der Trennung beim Zugewinnausgleich und habe gestern eine Position der „Gegenseite“ erhalten mit irrsinnigen Sichtweisen. Ja das muss es sein, das muss es sein….:-)

  • Maizwilling sagt:

    Wahre Worte – leider… Kennt das jemand:: https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt
    Zitat:
    An der Cornell University erforschten die beiden Wissenschaftler diesen Effekt in weiteren Experimenten und kamen 1999 zum Resultat, dass weniger kompetente Personen
    – dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen,
    – überlegene Fähigkeiten bei anderen nicht erkennen,
    – das Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht zu erkennen vermögen,
    – durch Bildung oder Übung nicht nur ihre Kompetenz steigern, sondern auch lernen können, sich und andere besser einzuschätzen. (Leider machen sie das i.A. nicht…)
    Dunning und Kruger zeigten, dass schwache Leistungen bei solchen Menschen häufig mit größerer Selbstüberschätzung einhergehen als stärkere Leistungen.
    Da wir seit 11 Jahren mit so einem Chef „gesegnet“ sind, fällt es mir oft schwer, keine Böswilligkeit zu unterstellen 🙁
    Da hilft halt nur, sich mit den Dingen abzufinden, die man nicht ändern kann…
    Geht 🙂

    • Markus sagt:

      Das Problem ist aber das der im Post beworbene Spruch den Dunning-Kurger-Effekt verstärkt, weil er unterstützt das man die Dummheit beiden anderen sucht. Insbesondere der Ansatz „Nicht jeder ist so gebildet wie du, oder sieht das große ganze so wie du, nicht jeder ist so talentiert wie du, oder fühlt sich so sicher hinter dem Steuer wie du.“ immer „nicht so …wie du“. Fragwürdig.

      • Richard sagt:

        Wie willst du es sonst ertragen?

      • Simone sagt:

        Ich finde den Spruch auch bedenklich. Indem man anderen Dummheit unterstellt, hält man sich selbst in dem Moment ja automatisch für was Besseres. Woher will man wissen, dass man tatsächlich besser ist? Etwas mehr Demut wäre vielleicht angebracht nach dem Motto ich weiß, dass ich nichts weiß… Bei einem Fehlverhalten anderer diesen keine Böswilligkeit zu unterstellen, sondern davon auszugehen, dass sie es nicht besser konnten oder wussten, scheint mir hier der schönere Weg. Mit Nachsicht und Verzeihen findet man leichter inneren Frieden als damit, andere als dumm zu betrachten. Ich möchte sogar so weit gehen, zu behaupten, dass man gar keinen inneren Frieden findet, wenn man den anderen für dumm hält.

        • Stefan sagt:

          Hi Simone,

          das Spruch ist mit einem Augenzwinkern und einer Prise Salz zu nehmen.
          Die Dummheit könnte auch Inkompetenz sein.

          Aber was der Spruch eigentlich ausdrücken will bzw soll ist:

          Es hat nichts mit dir zu tun.

          Menschliches Fehlverhalten hat so einen bunten Blumenstrauß aus Gründen.
          Klar Dummheit, Inkompetenz, zu wenig Schlaf, Hunger, … etc.

          In den wenigsten Fällen ist es also gegen dich persönlich gerichtet (auch wenn es dich betrifft) und diese Einsicht finde ich ENORM befreiend 🙂

          Viele Grüße
          Stefan

          • Simone sagt:

            Hi Stefan,
            den Gedanken, dass es nichts mit mir zu tun hat, fand ich tatsächlich auch schon extrem hilfreich in Situationen, die schwer zu ertragen waren. Bei dem Gedankengang von dir komme ich mit 😉
            Danke, dass du mir geantwortet hast und dich mit mir austauschst!
            Liebe Grüße
            Simone

    • Stefan sagt:

      Je nachdem wie schlimm es ist könntest du den Chef bzw den Job wechseln?

  • Wolfgang sagt:

    Lieber Stefan,
    ich erlebe solche Situationen und Menschen fast täglich (im Moment eher nicht), da ich in der Erwachsnenbildung tätig bin. Leider ist es so, dass viele Menschen mit weniger ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten, sich selbst für nahezu allwissend halten. Und meist ist diese Haltung dann noch gepaart mit grenzenloser Überheblichkeit. Es wird immer Menschen geben, die einem selbst deutlich überlegen sind. Dies ist auch nicht weiter schlimm. Nur erkennen muss ich diesen Umstand.
    Viele Grüße aus Dresden
    Wolfgang

  • IINGO SERGEJ KISCHNICK sagt:

    Lieber Stefan,

    Weise Gelassenheit mit einer guten Prise Humor – das nicht nur im Frühling verborgene Lächeln zu verschenken – gibt es für uns Schöneres zu tun?
    Sagte es Dir bereits früher, Deine Gedanken ( Du selbst ) bist ein kostbares Geschenk für uns alle – wünschen wir uns, daß Viele Deine Gedanken auch zu ihrem eigenen Lächeln formen können. Wir alle werden in den Dschungel des Lebens geworfen, fast ohne Führung ( denn auch unsere beiden Schöpfer kennen ihren Weg meist nur sehr ungefähr ) – wir bekommen bestenfalls das ABC und kleine EinMalEins beigebracht – Vorbereitung auf das Leben, die Liebe – wie und von wem denn? – wissen es doch fast alle um uns es selbst nicht – humpeln unsicher durch den Tag, tun nur so als ob! Dann kommt jener liebe Stefan – gibt uns einen Schubs, erinnert uns an das was eigentlich im Innern von jedem uns
    schlummert – denn im immer lauter werdenden Leben ( was wir dafür halten! ) können wir unser Innerstes nicht mehr hören. Danke Stefan für Dein Sein! Höre nicht damit auf, uns mit leisem Humor in den Allerwertesten zu treten,
    das Lächeln unserer Seele wieder neu zu entdecken, uns an das Wesentliche zu erinnern. DANKE!

    • Stefan sagt:

      Hi Ingo,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
      Das freut mich riesig.

      Wenn man schreibt und seine Worte in die Welt lässt, weiß man nie so wirklich was sie dort bewirken.
      Es sei denn man bekommt so tolles Feedback,

      Danke,
      Stefan

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