Die Corona Chroniken

Vor drei Monaten wusste niemand von SARS-CoV-2. Jetzt bestimmt er nicht nur unser Leben: 

Er diktiert es. 

Stand heute sind über 500.000 Menschen erkrankt und die Dunkelziffer ist gewiss höher.

Einzigartiger Punkt in der Geschichte

Wir erleben Geschichte.

Über diese Zeit werden unsere Enkel in der Schule lernen. Vielleicht sind wir irgendwann die Großeltern, die alle 20 Minuten Ihre Hände für 20 Sekunden waschen, weil wir durch die große Pandemie gegangen sind.

Und mich interessiert: Wie geht Ihr mit dieser Zeit um?

Schreib es dir von der Seele

Niemand von uns hat so etwas jemals erlebt. Für meine Generation ist es definitv die größte Krise unserer Lebenszeit.

Die Börse ging auf Talfahrt, milliardenschwere Hilfspakete werden geschnürt, Flugzeuge fliegen kaum noch, Menschen verlieren Ihre Jobs. Unter all den Nachrichten und Sorgen ist es nur logisch, dass wir keine klaren Gedanken mehr fassen können. 

Da hilft das Schreiben, denn es ordnet Gedanken. Es zwingt uns dazu, dass wir uns mit unseren Gefühlen auseinandersetzen und sie genau zu betrachten. Mit einer gewissen Distanz. Wie ein Wissenschaftler das Corona Virus untersucht. 

Ich möchte euch einladen eure persönliche subjektive Geschichte zu erzählen! Gemeinsam schaffen wir die Corona Chroniken.

Vielleicht hilft es anderen. Sicherlich helfen wir uns damit selbst. Und es wird spannend zu sehen, wie andere mit dieser einzigartigen Situation umgehen.

4 Regeln für das Kommentieren

  1. 1
    Kein Stillwettbewerb
    Es geht nicht um Prosa. Schreibe einfach darauf los. Egal wie lang oder kurz. 
  2. 2
    Beantworte folgende Fragen
    a) Wie erlebst du diese Situation?
    b) Was hast du bisher aus dieser Krise gelernt?
  3. 3
    Seid respektvoll
    Niemand von uns hat jemals so etwas durchgemacht. Jeder reagiert anders. Das ist verständlich. Das hier soll eine Sammlung von Erfahrungsberichten sein und ein Ort an dem man sich gegenseitig unterstützt. Bitte handle entsprechend.
  4. 4
    Lasst Politik bitte außen vor
    Es geht um eure Erfahrungen nicht um eure Meinung.

Du bist dran.

Kostenlose* 10 Tage Challenge:
Lerne zu genießen was du hast

*Du meldest dich zu meinem Newsletter an. Aber der ist Klasse und verändert vielleicht dein Leben. Du kannst dich jederzeit abmelden.

  • Stefan sagt:

    Ich habe den kompletten Ausbruch bisher in Australien erlebt.
    Wir haben hier mittlerweile auch geschlossene Bars, Restaurants & Gyms, aber sind wahrscheinlich gute drei bis vier Wochen hinter Deutschland.

    Aber es ist enorm wie heftig und schnell es die Leben der Menschen beeinflusst. Tausende haben Ihre Jobs verloren. Vor den Büros der Sozialhilfe stehen die Menschen in langen Schlangen.

    Ich merke es auch an meiner eigenen Selbstständigkeit im Online Marketing, weil meine Kunden (in Deutschland) hauptsächlich Schulungen bzw Kurse anbieten.

    Außerdem werde ich bald wieder nach Deutschland gehen, aber wann ich das nächste mal zurückkommen kann ist ungewiss.

    Das ganze schürt in mir selbst Unsicherheit und Angst.

    Aber dennoch bin ich zuversichtlich. Ich glaube wir werden in ein paar Monaten das schlimmste überstanden haben. Der Blick nach Südkorea macht Mut.

    Was ich bisher gelernt habe, ist eine heftige Lektion in Dankbarkeit.
    Im Nachhinein habe ich es wie für selbstverständlich genommen, die letzten Jahre zu reisen, eine Selbstständigkeit aufzubauen, mein Leben zu genießen ohne wirklich zu erkennen wie zerbrechlich unser Lebensstil ist.

    Außerdem: Wie erstaunlich ist es, dass dieses Virus schafft, was kein Klimagipfel leisten könnte. Ich hoffe sehr, dass die Effekte gut erforscht werden.

    Und wenn ich noch eins anfügen darf: Wie toll und ermutigend ist die Anpassungsfähigkeit von uns Menschen. Wir lassen uns nicht so einfach klein kriegen. Menschen finden Lösungen. Wir sind wie Löwenzahn, der aus jedem Asphaltriss durchbricht.

  • loci sagt:

    Wie es sich meistens im Leben so verhaelt, passieren vielen Dinge einfach durch Zufall.
    Vor Jahren war ich noch einfacher Informatiker, dann habe ich ein kleines Team geleitet und heute bin ich fuer fast 20 Leute an drei Standorten in Europa „verantwortlich“.
    „Arbeite mit Menschen“ haben sie gesagt, „das macht Spass“ haben sie gesagt. Und in sehr vielen Faellen stimmt das auch. Es ist fordernd, aber auch unheimlich foerdernd, wenn man mit juengeren Mitarbeitern eine Zukunft gestalten kann. Wenn man denn kann…

    Aktuell ist das Gestalten der Zukunft schon fast zur Utopie geworden. Ich kann mit niemandem Plaene machen, wohin die Entwicklung in den kommenden Monaten gehen wird. Weder fachlich, noch disziplinarisch, noch finanziell.
    Es ist absoluter Stillstand.
    Einstellungen – ausgesetzt. Lohnanpassungen – ausgesetzt. Neue Projekte – verschoben. Und jetzt kommt auch noch die Kurzarbeit. Ein Konzept von dem manche meiner nicht-Deutschen Mitarbeiter bisher nicht einmal etwas gehoert haben. Welcher Software-Entwickler haette vor drei Monaten auch ueberhaupt daran gedacht, dass sein Job mal gesichert werden muesste?
    Und nun stehe ich da und muss Familien-Vaetern und -Muettern (per Video-Call) erklaeren, dass sie auf einen Teil ihres Gehalts verzichten werden muessen, damit ihr Arbeitsplatz auch in ein paar Monaten noch vorhanden ist. Nur wer kann das mit Bestimmtheit sagen?

    Was passiert, wenn Mitarbeiter ihren Job verlieren, die auf Arbeitsvisum hier sind und dann theoretisch ausreisen muessten? Diese persoenlichen Schicksale beschaeftigen mich momentan sehr stark.

    Aber in allem Negativem, liegt auch etwas Gutes. Wir werden wachsen. Wir werden alle miteinander an dieser Situation wachsen und gestaerkt daraus hervor gehen.

    Wie Stefan auch, empfinde ich Dankbarkeit. Eine merkwuerdige Dankbarkeit dem Zufall und einer institutionellen Gegebenheit gegenueber: Dass ich in Deutschland leben darf und wir ein unglaublich gutes Gesundheits- und Sozialsystem haben!
    Die wirtschaftliche Lage wird schlechter? Wir koennen Kurzarbeit machen und mit Einbussen weiterleben ohne gleich unseren Job zu verlieren.
    Die wirtschaftliche Lage wird noch schlechter und wir verlieren unsere Job? Wir bekommen Arbeitslosengeld, mit dem wir ueber die Runden kommen werden.
    Wir werden krank? Wir gehen einfach zum Arzt oder ins naechste Krankenhaus. Dort werden wir zuerst behandelt und dann nach Versicherung oder Abwicklung gefragt.

    Das nennt sich Solidargemeinschaft. In diesen Zeiten ist Solidaritaet ein wirklich wichtiges und wertvolles Gut. Solange ich kann, werde ich daher versuchen zu unterstuetzen. Mit Taten, finanziell oder wie auch immer sonst hilfreich. Denn trotz jeglichem Gemecker und (sicher berechtigten) Aengsten, geht es uns noch sehr gut.

    Ein alter Freund aus meiner Heimatstadt betreibt den wohl schoensten Biergarten der dortigen Region. Wobei betreiben aktuell wohl das falsche Wort ist. Er pachtet ihn. Hat aber keinerlei Gaeste mehr, keine Einnahmen und hohe Ausgaben.
    Solche Freunde oder Bekannte hat sicher jeder von uns. Helft ihnen wo auch immer ihr koennt!

    Bleibt gesund und munter.

    • Yvonne sagt:

      Hallo Loci,
      Du hast so recht damit, wie gut es uns einerseits geht und wie dramatisch die Situation für manche tatsächlich ist.
      Und es gibt so nette kleine Gesten, die Jeder tun kann, wie z.B. die Karten für die ausgefallene Kulturveranstaltung nicht zurück zu geben.
      Aber die Verantwortung, die Du für Deine Mitarbeiter spürst, ist in dieser Zeit für Dich sicher emotional belastend – Alles Gute!

    • Stefan sagt:

      Hey Loci,

      wir sind durch die letzten zehn Jahre smooth gesegelt. Es lief gut. Echt gut.
      Ich glaube, dass ist jetzt die Zeit, wo sich Führungsqualitäten wirklich zeigen. Jetzt ist die Zeit, in der es drauf ankommt.

      Und ich glaube du wirst das hervorragend meistern. Auch wenn es sicherlich alles andere als leicht ist.

  • Jessica sagt:

    Mein lieber Schreibmotivator, du bist toll! Du gibst das Geschenk des Schreibens an andere weitere und das macht mich froh. Gerade musste ich lachen. Denn ich bin – Regelbruch! – tatsächlich im „Stillwettbewerb“, wie du schreibst, ich stille gerade die Nächte durch, aber auch das wird sich wieder ändern. Ich bin mit meiner kleinen einjährigen Tochter wegen Corona aus der Stadt zurück aufs Land gezogen zu ihrem Papa. Wir waren vorher ziemlich verkracht, jetzt müssen wir es wieder unter einem Dach aushalten – vielleicht der größte Krisengewinn für meine kleine Familie. Wir werden sehen. Ich bin dankbar.
    In meinem Job als Journalistin arbeite ich im Home Office. Aber die Krise erlaubt mir auch hier einen anderen Blick auf meine Arbeit einzunehmen. Etwas Neues kündigt sich an. Dies ist, so fühlt es sich an, das Chaos der Veränderung, das auf eine Initiation vorbereitet. Da tun sich Wege auf.
    Danke für die Einladung zum Schreiben, das tat gut. Und fühl dich fest gegrüßt in Australien.
    Ausatmen, von der Seele schreiben, weitermachen. Jetzt ein kleiner Küchentanz und dann zurück an die Tastatur. Bisous bisous und eines Tages wieder zusammen Motorrad fahren – es ist doch gerade, rrrrrrrreng: SAISONBEGINN.

    • Stefan sagt:

      Hahaha…. Oh Mann.. wieder erwischt! Das wird sich wahrscheinlich nie ändern 🙂
      Aber auch das Stillen soll bestimmt kein Wettbewerb sein ?

      Wer toll ist, das bist du! Und deine Tochter möchte ich bald kennenlernen.
      Ich bin ab nächster Woche wieder zurück.. Und wenn man wieder draußen spielen darf, dann lass uns das doch bitte alle gemeinsam machen!

      Fühl dich gedrückt

  • Yvonne sagt:

    Ich habe auch bereits angefangen, ein Corona-Tagebuch zu schreiben und dort neben persönlichen Gedanken und Meldungen/Facts auch Bilder eingefügt. Für mich persönlich zur Erinnerung, aber auch für meinen Sohn als Zeitzeugnis.

    Ich empfinde diese Zeit als sehr ambivalent, eine Zeit der Gegensätze und der Extreme.

    Da sind einerseits die leeren Straßen, die Bilder ausgestorbener Städte anderer Länder, in denen totale Ausgangssperre herrscht und gleichzeitig die erwachende Natur mit ihrem frischen Grün, den Knospen und den bunten Blüten.

    Da sind einerseits die Menschen, die sich anlächeln und respektvoll Abstand halten, die gegebene Regeln akzeptieren und einhalten und andererseits diejenigen, die nach dem Motto, was geht mich das an, immer noch Regeln missachten.

    Da sind Nachbarn, die füreinander einkaufen, die von Balkon zu Balkon ein Schwätzchen halten und andererseits Menschen, die, als gäbe es nur sie auf der Welt, Lebensmittel weg hamstern.

    Da sind Eltern zwischen Laptops im Wohnzimmer am Rande des Nervenzusammenbruchs und gleichzeitig Familien im Wald, die ausgelassen eine Holzhütte bauen.

    Da sind alte Freunde, die endlich mal wieder miteinander telefonieren, die sich lustige Posts schicken und andererseits Menschen, die diese Zeit zur Hetze und zur Verbreitung von Verschwörungstheorien nutzen.

    Da sind Pflegekräfte und Kassierer, die bisher oft keine Anerkennung erhalten haben und nun als Helden betitelt werden. Ich hoffe für sie, etwas davon hält sich und bleibt nicht nur hohles Gerede.

    Da sind Firmen, die nun dringend unterstützt werden müssen, Selbständige, die größte Existenznot haben und gleichzeitig solche, die das Coronageld beantragen, obwohl sie von Existenzbedrohung noch weit entfernt sind.

    Diese extreme und intensive Zeit so scheint mir, bringt das Beste und das Schlechteste in Menschen hervor und bringt Menschen und Systeme an ihre Grenzen.

    Doch mich erstaunt, wie gut das System funktioniert, wie schnell Kassen mit Plexischeiben ausgerüstet sind, wie schnell Hilfspakete beschlossen werden, wie schnell Krankenhäuser weitere Kapazitäten schaffen.

    Ich persönlich habe aus der ersten Zeit des Stillstands gelernt,
    dass die Welt sich weiter dreht, auch wenn ich nicht arbeite,
    dass ich auch ein Weilchen ohne Einkünfte überleben kann,
    dass eine Welt ohne Shopping nicht schlechter ist, nur anders,
    dass es so viel gibt, mit dem ich Tage füllen kann außer arbeiten,
    dass ich Kontakte auch ohne Treffen innig halten kann,
    dass ich mir auch mal selbst genug sein kann,
    dass eine Stunde im Wald mich mit Glück erfüllt.

    Ich hoffe, dass ich speziell letzteres in Erinnerung behalten kann und in meinem Leben fest verankere, auch wenn die Möglichkeiten des Arbeitens, des Ausgehens, des Reisens wieder voll gegeben sind.

    Es braucht so wenig und das liegt in und direkt um uns.

    Bleibt gesund und munter und.. ach ja:
    In a world, where you can be anything – be kind 😉

    • Stefan sagt:

      HI Yvonne,

      was für ein schöner Beitrag. Danke!

      Das Corona Tagebuch finde ich super toll (und führe ich auch).
      Erinnerungen trügen. Das Tagebuch ist viel verlässlicher und wird sicher für deinen Sohn einmal super spannend zu lesen sein.

      Die Beobachtungen habe ich hier auch gemacht. Es scheint mir so als würde der innere Kreis näher zusammenrücken und alles was außen vor ist eher abgeschirmt. Wahrscheinlich umso stärker, je größer die Angst ist.

      Viele Grüße
      Stefan

  • Chris sagt:

    Mit Sicherheit keine Sicherheit

    Wir verkaufen das wichtigste was wir haben. Zeit. Wir stehen morgens auf, gehen zur Arbeit und verbringen einen großen Teil unseres Lebens damit für die Wirtschaft zu leben. Alles was wir innerhalb unserer Gesellschaft tun ist irgendwie an Geld gebunden. Wir verkaufen Lebenszeit für Geld, mit dem wir uns dann Dinge kaufen, die auf dem Weg zu uns die Lebenszeit anderer Menschen gekostet hat. Dabei wiegen wir uns in Sicherheit. Wir sind zuversichtlich, dass morgen alles mindestens so gut wie heute sein wird, und dass wir unseren Job behalten dürfen weil er unser Leben sichert. Bei all unseren Treiben vergessen wir oft uns unserer kurzen Verweildauer bewusst zu werden. Wir sehen Nachrichten und wundern uns über das Elend und die Armut anderer. Wir sind von Katastrophen berührt und über die Ungerechtigkeit empört die woanders geschieht. Obwohl wir noch gerne wach bleiben würden gehen wir rechtzeitig schlafen, um am nächsten Tag unserer Arbeit nachzugehen, damit wir ein Finanz- und Wirtschaftssystem am Laufen halten, das auf exponentiellem Wachstum fußt, und unaufhörlich voran getrieben werden muss.

    Und plötzlich zeigt uns die Natur, dass wir im Grunde genommen nichts über exponentiellem Wachstum wissen, außer dass es ein universelles Gesetz ist, dass bei falscher Anwendung weitreichende Folgen haben kann. Dann wacht man auf und ist wie von einem Tag auf dem anderen ein Darsteller in einem apokalyptischen science-fiction Film. In den Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmittel kommen immer wieder automatische Durchsagen, die einem darauf hinweisen wie man sich zu verhalten hat. Regierungen verbieten uns auf die Straße zu gehen, und es nicht mehr gut wenn Kinder ihre Großeltern treffen. Die alten, die schwachen und die kranken, dürfen nicht mehr besucht werden und ihre Einsamkeit erreicht ganz neue Ausmaße. Die Polizei kontrolliert auf den Straßen ob man berechtigt ist sich überhaupt dort aufzuhalten. Die Menschen sehen sich misstrauisch an, tragen Masken und Gummihandschuhe und in den Nachrichten hört man täglich neue Horrormeldungen über sterbende Menschen und immer mehr Infizierte. Die schöne Wirtschaft die uns angenehm in Watte gepackt hat bricht zusammen und plötzlich stehen viele Menschen vor dem existenziellen Ruin, mit der Angst im Nacken, womöglich auch eine dieser Zahlen zu sein, von denen in den Nachrichten berichtet wird.

    Hinter der Panik und der Angst, hinter dem Irrsinn der sinnlosen Einkäufe, hinter den Witzen die bisweilen geschmacklos sind und ihrerseits auch nur hinter einer versteckten Angst hervor kriechen, wurde es still um uns. Eine Stille an der die Menschheit seit vielen Jahren nicht mehr Teil haben durfte, vielleicht zu lange um gut für uns zu sein. Draußen herrscht eine unheimliche Stille, auf der ganzen Welt. Die Menschen haben mit dem Irrsinn aufgehört den sie unzutreffend ihr LEBEN nannten. Erst jetzt sollten wir verstehen, dass das was wir bis zum Beginn der Pandemie gelebt haben, nicht unser Leben war. Jeder von uns rannte etwas hinterher. Ob man durch Geld zu Macht oder durch Macht zu Geld kommt ist angesichts des Lebens unbedeutend.

    Wichtig ist zu wissen, dass die Menschheit weiter machen wird, sie überrennt alles und jeden. Nun ist ein Augenblick in unser Leben getreten, in dem wir uns isolieren müssen. Wir werden die Zeit haben uns mit unser Selbst anzufreunden, mit den Menschen die uns wichtig sind, mit unseren Familien, mit unseren Seelen. Gott, die Heiligkeit, das Universum oder wie ihr es auch nennen wollt, lässt nichts zufällig geschehen. Aus dem Wahnsinn werden auch gute Dinge hervorgehen, vielleicht werden diese Dinge mächtiger sein als wir uns das je vorstellen können. Eine Welt stirbt damit eine andere geboren werden kann. Wir müssen da durch. Wenn uns der Mut für eine Wiedergeburt fehlen wird , werden wir dazu gezwungen, auf die eine oder andere Weise, wichtig ist aber die Frage und nicht die Antwort: Warum passiert uns das Ganze?

    Wenn wir raus sehen erkennen wir Schneeglöckchen, Gras, Bäume, Vögel und andere Tiere und alle führen ihr Leben unberührt weiter. Für die ganze Erde geht das Leben nach universellen Gesetzen weiter, nur für uns Menschen ist alles zusammengebrochen. Auf die Frage „Warum?“ werden wir erst eine Antwort finden wenn alles vorbei sein wird. Wir können nur hoffen, dass alles gut ausgeht. Wenn wir Menschen uns für Götter halten schicken uns die Götter etwas kleines das man nicht sehen kann um uns neue Maßstäbe aufzuzeigen, damit wir verstehen, dass für alles eine Zeit kommt. Viel Gesundheit euch allen!

    • Stefan sagt:

      Hi Chris,
      Danke für deinen Beitrag. Er regt zum Nachdenken an.

      es ist eine besinnliche Zeit. Zumindest kann es das sein, denn was wir auch gerne machen ist es uns zu betäuben. Computerspiele, Netflix, Nachrichten, hier kann man mittlerweile sogar auf das Wetter wetten (kein Scherz).

      Ich hoffe, dass – wenn der Spuk vorbei ist – viele Menschen neue Einsichten gewonnen haben. Ich bezweifle es aber auch gleichzeitig.

      Es mag daran liegen, das Veränderung Zeit braucht. Wir haben nur unsere kurze mikrige Lebenszeit. Das reicht nicht für tiefgreifende Veränderungen. Das Problem, was wir mit unserem Leben anfangen ist recht neu. Keine hundert Jahre. Davor hatten wir dieses Privileg nicht.

      Viele Grüße
      Stefan

    • Sehr, sehr weise!
      Danke dir Chris
      und ein großes Dankeschön dir Stefan für diese Plattform.

      Am 7. April 1993 habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt und lieben gelernt. (Jeden Tag bin ich aufgefordert, der zu werden, der ich sein kann)
      Ich wünsche allen, dass sie die gleiche Unterstützung und den gleichen Zusammenhalt erfahren wie ich durch meine Familie. Danke

      Für die Nicht- /Verschwörer und die, die noch nicht wissen auf welcher Seite sie stehen:

      https://youtu.be/Y6W-JIMCfmo
      Danke Dottore, mein aufrichtiger Respekt , so viel Demut von einem ganz Großen Deutschlands!
      Wir in Österreich sind leider zu kurz gekommen!

      Danke an die gesamte Fay-Community – hier bekommt „wertvoll“ eine neue Dimension
      Herzlichst
      Richard

  • Max sagt:

    Mein ganzes Leben war ich anders als der Durchschnitt. Es hat fast 40 Jahre gedauert, bis ich endlich herausgefunden habe, warum dem so ist … aber das ist eine andere Geschichte.

    Jetzt ist es also da, das Virus, und alle spielen verrückt.

    Zuerst wird in die eine Richtung maßlos übertrieben, und jetzt eben in die andere. Stets unter Anleitung der Medien. Waren die früheren Krisen und Pandemien weniger gefährlich? Schwer zu sagen, denn die Manipulation durch private Sendeanstalten und soziale Medien war nicht vorhanden, zumindest nicht in dem Ausmaß wie jetzt.

    Die Leute sollen mindestens einen Meter Abstand zueinander halten – ein großartiger Vorschlag, den ich schon seit Jahrzehnten befolge. Wenn sich alle im täglichen Leben daran halten würden, dann müssten keine Ausgangsbeschränkungen beschlossen werden. Der Mensch ist ein Rudeltier, ja stimmt, aber das Leben dicht an dicht war mir schon immer zuwider.

    Ich habe keine Kinder, weil ich schon vor 30 Jahren der Meinung war, der Welt mit einem zusätzlichen Bewohner keinen Gefallen zu tun. Damals brandmarkten mich viele als Egoist, der das Rentensystem gefährde. Naja, das hat sich ja mittlerweile erledigt, denn das bricht von ganz alleine zusammen. Umso mehr schüttle ich jetzt den Kopf über Eltern, die mit den Ressourcen der Erde nur so um sich werfen und Land, Meere und Luft verschmutzten, als müssten sie ihren Kindern keine intakte Lebensgrundlage hinterlassen.

    Ich bin leidenschaftlicher Digitalisierungs-Befürworter und beschäftige mich seit Jahren mit Automatisierung, Robotik, autonomen Systemen und künstlicher Intelligenz. Früher aktiv als Ingenieur, jetzt eher kommentatorisch als Autor und Übersetzer.
    Ich liebe Selbstbedienungsläden und Automaten-Tankstellen, die rund um die Uhr offen haben.
    Ich bestelle lieber Online und warte gerne 3 Tage auf die Lieferung als schnell mal in den Laden um die Ecke zu gehen und dort an der Kassa Schlange zu stehen.
    Ich bevorzuge die SB-Kassen im Supermarkt, denn dort steht nicht schon der nächste Kunde hinter mir und legt seine Sachen bereits aufs Förderband, bevor ich meinen Einkaufswagen fertig ausgepackt habe.
    Ich schneide mir seit Jahrzehnten selbst die Haare mit einer Maschine, weil ich nicht will, dass ein Fremder meinen Kopf angreift.
    Ich hasse es, wenn jemand hustet oder lautstark niest, ohne sich die Hand vorzuhalten.
    Wenn ich mit dem Motorrad an den im Stau stehenden Autos vorbeifahre, würde ich gerne an jede Windschutzscheibe einen Smiley kleben, der seinen Kopf gegen die Ziegelwand knallt.

    Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass ich nur extrem selten Veranstaltungen und Ausstellungen besuche. Nicht falsch verstehen, ich mag auch den Körperkontakt mit Menschen, die ich gut kenne – aber bitte nicht mit jedem, der mir über den Weg läuft.
    Ich mag auch die Infrastruktur und Möglichkeiten von Städten und könnte mir nicht vorstellen, in einer einsamen Hütte in Kanada mein Dasein zu fristen.

    OK, ich bin also ein Außenseiter, doch worauf will ich eigentlich hinaus?

    Ich bin froh über die aktuellen Einschränkungen.
    Ja, ich bin richtig glücklich darüber, dass jetzt alle Angst voreinander haben. Ich huste dich an und du bist tot!
    Macht mich das jetzt asozial? Vielleicht, aber das ist mir irgendwie egal. In den Augen vieler war ich das ohnehin vorher auch schon.

    Ja, es ist traurig, dass so viele Leute sterben mussten. Doch wenn dies das notwendige Opfer ist, um den Umgang der Menschen untereinander und mit unseren Planeten zu überdenken und neu zu definieren, ist es das vielleicht sogar wert.
    Halt, halt! Bevor jetzt wild und unreflektiert dazwischengerufen wird: Genau das macht die Gesellschaft ohnehin schon seit Jahrhunderten. Wieviele Menschen haben ihr Leben verloren, damit Politiker Landesgrenzen neu ziehen können. Wieviele Menschenleben kostet Jahr für Jahr der Abbau von Rohstoffen für Produkte, die niemand wirklich braucht. Wieviele Menschen sterben Jahr für Jahr an stressbedingten Krankheiten, hervorgerufen durch Tätigkeiten, die niemand wirklich braucht. Wieviele Menschen bringen sich Jahr für Jahr selbst um, weil sie mit sich selbst unzufrieden sind oder sich dem fremdgesteuerten Einfluss entziehen wollen.

    Ich sitze zu Hause vor dem Computer und arbeite. Genauso wie vor 2 Wochen und vor 2 Monaten und vor 2 Jahren.
    Nachts gehe ich zum SB-Laden und hole mir die Lebensmittel für den nächsten Tag aus dem Automaten oder lasse mir tiefgekühlte Waren liefern und vor der Tür abstellen.

    Hat das Virus mein Leben verändert? Nicht wirklich.

    Es nervt mich allerdings, dass sich im Fernsehen und Internet rund um die Uhr alles nur noch um das Corona-Virus dreht. Müssen denn wirklich alle in Echtzeit informiert werden, dass gerade wieder jemand gestorben ist. Stellt euch vor: morgen wird auch wieder der eine oder andere sterben. Vielleicht nicht am Virus, sondern an Krebs, an einem Herzinfarkt, infolge eines Verkehrsunfalls oder durch eine Überdosis irgendeines Suchtmittels. So ist das Leben.

    Heute Nachmittag bin ich wieder mit dem Hund durch den Park spaziert. Ich genoss die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut, ich beobachtete meinen Hund, wie er Krähen und Eichhörnchen verscheuchte und freute mich über die natürliche Stille. Der Wind raschelte durch die Blätter, die Vögel zwitscherten aufgeregt einem potenziellen Partner zu und mein Hund bellte und knurrte beim Spielen mit anderen Artgenossen. Scheinbar schätzen auch andere Hundebesitzer in diesen Zeiten die Begegnungen mit Abstand und ohne Smalltalk.

    Wenn es nach mir gehen würde, könnte das Leben ruhig so weitergehen – nur ohne die Bedrohung durch das Virus und mit geöffneten Geschäften und Restaurants, in denen die Tische gerne etwas weiter auseinander gestellt werden können. Von mir aus könnten die Flugzeuge auch weiterhin am Boden bleiben und genauso wie die nutzlosen Kreuzfahrtschiffe als Rohstoffspender wiederverwendet werden. Die Leute, die jetzt ihre Arbeitsplätze vielleicht sogar dauerhaft verloren haben, sollen sich auch weiterhin zu Hause mit ihren Hobbys beschäftigen und monatlich ein bedingungsloses Grundeinkommen vom Staat kassieren. Denn wenn uns die Krise eines auf jeden Fall vor Augen geführt hat, dann ist es die Erkenntnis, welche Jobs wirklich wichtig sind und welche nicht. Ich will damit niemanden kritisieren, sondern einfach nur feststellen, was Tatsache ist. Hoffentlich hält die aktuelle Begeisterung und das Lob für Pflegepersonal, Lagerarbeiter, Reinigungskräfte, LKW-Fahrer, Erntehelfer usw. auch über die Krise hinaus und ihre Arbeit wird mit mehr als nur dem Mindestlohnniveau gewertschätzt … oder sie werden durch Roboter ersetzt und bekommen ebenfalls ein Grundeinkommen, mit dem sie auch ohne anstrengende Arbeit finanziell abgesichert sind.

    Menschen verlieren massenweise ihre Jobs. Wenn nicht jetzt, dann eben in ein paar Jahren. Die sogenannte Soziale Transformation ist nicht aufzuhalten. Besser sie kommt jetzt in kleinen Schritten, als später auf einen Schlag. Alle müssen umdenken. Die heutigen Strukturen, die in ähnlicher Form genaugenommen seit weniger als 200 Jahren existieren, sind mittelfristig nicht mehr tragbar. Die Menschen müssen wieder lernen, Informationen und Reglen kritisch zu hinterfragen. Es kann nicht sein, dass Millionen junger, gesunder Menschen mit Mundschutz und OP-Handschuhen durch die Gegend laufen, während diese Dinge in Krankenhäusern fehlen. Warum schlagen sich die Leute in den Supermärkten um Nudeln und Toilettenpapier halb tot, während andere versuchen, Leben zu retten. In ein paar Monaten werden viele Lebensmittel aus Hamsterkäufen weggeworfen, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist – und Kinder in Afrika sterben nach wie vor an Unterernährung. Amerika macht 2000 Milliarden Dollar locker, um die Wirtschaft zu stützen, aber für eine generelle Gesundheitsvorsorge fehlt seit Jahrzehnten das Geld. Alle bejubeln die finanziellen Hilfen für Unternehmen, Selbstständigen und Angestellten, vergessen dabei allerdings, dass dies nur möglich ist in jenen Staaten, die in den vergangenen Jahren eisern gespart hatten – und dafür heftig kritisiert wurden. Übrigens, diese großzügig verteilten „Hilfsgelder“ müssen in den kommenden Jahren wieder eingespart werden, und zwar durch höhere Steuerbelastungen und Ausgabenkürzungen. Alle, die deswegen auf die Politiker schimpfen werden, sollten bedenken, dass die nächste Krise schon vor der Tür steht, egal ob dies durch Kriege, Naturkatastrophen, Handelsstreitigkeiten oder ein neues Virus ausgelöst wird. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“

    a) Wie erlebst du diese Situation?
    Ich erlebe die Corona-Pandemie als einen weiteren Beweis für die grenzenlose Dummheit der Massen und der beispielhaften Klugheit einzelner Menschen. „Der Mensch is‘ gut, aber die Leut‘ san a G’sindel!“ hat angeblich Johann Nestroy schon vor 200 Jahren festgestellt. Gustave Le Bon hielt diese Erkenntnis vor mehr als 120 Jahren sehr detailliert in einem Buch fest. Edward Bernays verstand es 50 Jahre später ausgezeichnet, sich dieser Mechanismen im Auftrag der amerikanischen Regierung zu bedienen und George Lakoff bzw. Elisabeth Wehling haben dieses alte Wissen in die Neuzeit übertragen.
    Für mich persönlich und meinen Lebensstil hat die aktuelle Situation keinen dramatischen Einfluss.

    b) Was hast du bisher aus dieser Krise gelernt?
    Das Leben ist, wie es ist. Und wieder einmal bewahrheitet sich die alte Weisheit: „Der Mensch plant und Gott lacht.“
    Habe ich etwas Besonderes aus der Krise gelernt? Hmm, eigentlich hat sich nur bestätigt, was ich schon vor einigen Jahren herausfand: Lebe so, wie du es für richtig hältst und mache das, was dir gefällt. Das Leben (bzw. das Lebensumfeld) kann sich von einem Tag auf den anderen ändern oder auch plötzlich zu Ende gehen. Tritt dies ein, dann sind Karriere, Geld, Besitz, Ansehen, Macht und Einfluss auf einem Schlag vorbei. Das denken sich derzeit wohl auch Angela Merkel, Prinz Charles und Boris Johnson und morgen möglicherweise Donald Trump oder Vladimir Putin. Die Herden-Immunität ist eine Theorie von Charles Darwin, nach der nur die Stärksten überleben. Was dabei in der heutigen kapitalistischen Überheblichkeit vergessen wird: es sind die gesundheitlich Stärksten gemeint.

    Bleibt gesund und haltet bitte auch nach Corona die berühmte Armlänge Abstand voneinander.

    • Stefan sagt:

      Max, also erstmal kriege ich absoluten Schreibstilneid bei deinem Kommentar.
      Ich würde mich freuen, wenn du mir deine Veröffentlichungen per Email schickst.

      Ich kann so viel wahres aus deinem Kommentar ableiten, insbesondere die gestiegene Wertschätzung für Pflegepersonal.

      Allerdings glaube ich, dass uns dieses Virus so trifft, weil die meisten Menschen es einfach lieben sich zusammenzurotten. Für mich fühlt es sich immer noch komisch an, wenn Menschen einen großen Bogen um mich machen, auch wenn es natürlich angebracht ist.

      Da sind wir anders gestrickt, was völlig in Ordnung ist.

      Ich bedanke mich für die vielen interessanten Anregungen und verabschiede mich in die Recherche.

      Viele Grüße
      Stefan

      • Max sagt:

        Hallo Stefan,
        die meisten meiner Veröffentlichungen sind nur trockenes Fach-Chinesisch, denn meine Kunden im B2B-Sektor legen keinen Wert auf persönliche Ansichten. Das ist auch gut so, finde ich, denn das Letzte, was informative Technik-Texte in ihren Lesern auslösen sollen, sind gegensätzliche Emotionen. Als Schuster bleibe ich bei meinen Leisten 😉
        Als Privatmensch trage ich allerdings meine Meinung sehr wohl in die Öffentlichkeit – in meinem Blog (dessen zweiter Leser mein Frau ist), in Posts und Artikeln in Foren und Sozialen Medien (v.a. LinkedIn), in Kommentaren (wie dem obenstehenden) und manchmal auch in einer E-Mail.

        Wir waren übrigens schon vor einiger Zeit in Kontakt. Ich teilte dir damals mit, dass der Link zur Bestellung deines Buches nicht funktionierte. Erinnerst du dich noch? Du hast mir dein Buch damals nach Malta geschickt. Doch dort war es mir auf Dauer etwas zu heiß im Sommer und so steht es jetzt gleich neben meinem Schreibtisch im Bücherregal in Warschau … als eBook wäre es mit mir zusammen am Motorrad gereist, aber so musste es den Weg von Süden nach Norden zusammen mit Artgenossen in einer Transportschachtel am LKW hinter sich bringen 🙂

        Schöne Grüße

    • Gaby sagt:

      Max,
      ich verstehe deine Sichtweise obwohl ich ein Familienmensch bin und aus einem Land komme, in dem betatschen, umarmen und küssen zum Guten Ton gehört und ich das wahnsinnig vermisse in dieser Zeit. Aber ich halte mich an die Regeln, denn ich möchte nicht an der Verbreitung vom Virus und damit u. U. am Tod anderer Menschen schuld sein.

      Ich hatte vor 13 Monaten meine persönliche Corona – einen Rennradunfall in dem ich mir das Becken dreifach gebrochen habe und seitdem auf alles was mir (bisher so) lieb war verzichten musste: Radfahren, Marathon laufen, Triathlon und dazugehörigen Wettkämpfe um die mein ganzes Leben geplant war. Ewige Jagd nach der nächsten Herausforderung, die im Moment der Erfüllung wieder vergessen wurde und gleich die nächste geplant war.
      Erste Zeit nach dem Unfall war ich nur damit beschäftigt, den Sachen die ich nicht (mehr) machen kann, nachzutrauern. Danach war ich wütend Dann traurig. Es kamen die Fragen auf: Warum? Ist es ein Zeichen? Wofür? Nach drei Monaten habe ich erst langsam angefangen loszulassen. Nach 6 Monaten konnte ich wieder leicht joggen und wollte gleich nächsten Marathon planen aber mein Körper hat sich wieder gewährt und deutlich NEIN gesagt. Und erst dann habe ich (endlich) angefangen, die Sachen zu schätzen, die ich kann und die mir Spaß machen (nicht Erfolg bringen!). Meine Hunde (mittlerweile sind es zwei) erden mich und zeigen mir jeden Tag worauf es ankommt. Und meine Enkelkinder♥️.
      Ich bin immer noch nicht gesund bzw. arbeitsfähig (und es ist fraglich ob und in welchem Umfang ich es werde) aber ich habe es verstanden dass es auf jeden Augenblick ankommt und das Leben in JETZT stattfindet.
      Aktuell ist Corona da also akzeptiere ich sie und mache das beste daraus. Ich rede sie weder klein noch verbreite ich die Panik. Ich versuche mich (neutral) zu informieren da meine Familie weltweit verstreut ist. Da ich keine Therapie wg. Corona machen kann und dadurch mehr Zeit habe, nähe ich die Masken für meine Freunde und Familie, backe Kuchen und koche für die Nachbarn und male die Steine bunt an, die ich dan verschenke.
      Ich möchte niemanden an Corona verlieren aber ich habe eigentlich dadurch mehr Lebensfreude gewonnen als davor, da ich jetzt noch deutlicher sehe, was wichtig ist (und bleibt!) und worauf ich eigentlich verzichten kann (=Leistungssport).
      Jetzt scheint die Sonne um die Wette und ich habe sogut wie keine Schmerzen also ist heute ein guter Tag. Oder wie Stefan es sagen würde: ein Geschenk :-), und die sind manchmal schön und manchmal weniger schön aber auspacken macht IMMER Spaß 🙌

      Bleibt gesund und genauso verschieden wie ihr seid🌈🍀

      PS. Heute gibt es Rhabarberkuchen😋

      • Max sagt:

        Im Bann von Angst und Hysterie vergessen die meisten Menschen, dass wir alle ständig in Angst vor der Ungewissheit leben, was jetzt oder morgen passieren könnte. Wir sind nur im „normalen“ Leben zu sehr abgelenkt durch unzählige unwichtige Dinge, dass wir unsere innere Grundangst nicht beachten.
        In den letzten Wochen haben wir alle gesehen, dass wirklich ALLES möglich ist, wenn wir es nur wollen. Der Auslöser für die Corona-Angst sind aber nicht die vielen Corona-Toten, so bedauerlich diese auch sind, sondern das Ausblenden tausender Alltagsprobleme und der alleinige Fokus auf einen einzigen gemeinsamen „Feind“, der alleine nicht zu besiegen ist.

        Wenn Regierungschefs nun medial hinausposaunen, dass die Gesundheit der Bürger über allem stünde, sogar über der Wirtschaft, dann ist dies – mit Verlaub gesagt – populistischer Schwachsinn und dazu eine gigantische Lüge. Wenn ihnen die Gesundheit der Bürger wichtiger als alles andere wäre, warum wird dann in pandemie-freien Zeiten nicht mehr dafür getan? Das Gesundheitssystem wurde (im wahrsten Sinne des Wortes) zu Tode gespart, an der Umweltverschmutzung sterben jedes Jahr Millionen Bürger aller Staaten dieser Erde und auch der zunehmende Leistungsdruck, geschürt durch gewinn-optimierte Maßnahmen ist der Gesundheit der Bürger alles andere als zuträglich.

        Ich wünsche dir, liebe Gaby, eine schnelle Genesung und dass du und deine Familie gesund bleibt. Wer zusammen gehört, muss auch zusammen bleiben. Und wer nicht dazu gehört, soll bitte respektvoll Abstand halten. Auch nach der Bedrohung durch dieses Virus.

        Und falls es den einen oder anderen hier geben sollte, der noch in der Lage ist, den berühmten Goldfisch in Sachen Aufmerksamkeitsdauer zu schlagen (die Messlatte liegt bei 8 Sekunden – ja, ich weiß, das Ganze ist eine Mär 😛 ), dann empfehle ich dieses Video von Gert Scobel anzuschauen:
        Corona – was kommt danach? Philosophisch betrachtet
        https://youtu.be/5HUwHzuoVc0

  • Dirk sagt:

    Ich sehe Menschen, die „Covid 19“ scheinbar noch nicht begriffen haben, auch nicht das es kein Zufall ist (<= Meine Meinung )

    Ich sehe Menschen, die scheinbar cooler sein wollen als sie sind und das Ganze immer noch nicht verstanden haben.

    Ich lese von Politikern in Bayern, wobei ich nicht weiss , das das so stimmt , die sagen das Fahrten mit dem Auto ins Grüne okay sein sollen, eine Runde mit dem Moped aber nicht . Wo ist man besser geschuetzt als auf dem Motorrad . Die meisten Menschen fahren alleine oder maximal zu Zweit auf dem Motorrad . Das erzeugt Unverständnis und Ärger !!

    Ich empfinde das als "übliche" Diskriminierung gegenüber Bikern , bei der Corona jetzt auch als Vorwand genommen wird, In Bawü ist das anders:

    Ich fahre eigentlich immer alleine Motorrad , damit kriege ich den Kopf frei und kann die neue Woche wunderbar entspannt auf mich zukommen lassen.

    Siehe:

    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/artikel-kleine-refugieren-in-zeiten-der-ausgangsbeschraenkungen-motorradfahren-100.html

    Das ist auch vernünftig !!

    Was habe ich gelernt :

    – Mehr Demut gegenüber der Natur
    – Mein Leben weiter so gut es geht zu geniessen .
    – Weiterhin Vorhaben möglichst zeitnah umsetzen und nicht aufzuschieben, auch wenn das Umfeld behauptet, man würde Überstuerzen.
    – Noch mehr Distanz zu Leuten zu haben , die scheinbar selbst sehr wichtig nehmen .

    – TV Gerät auslassen, diverse Websites meiden ..

    • Stefan sagt:

      Hi Dirk,

      ich finde es einen schönen Vorsatz Vorhaben schnell umsetzen zu wollen.
      Die Menschen, die von Überstürzen reden, sind doch meist die, die selbst nichts auf die Beine gestellt bekommen..

      Viele Grüße
      Stefan

      • dirk sagt:

        @Stefan — Ich habe das Buch gelesen über Eure Weltreise , vorletztes Jahr im Urlaub in Brandenburg. Als ich heimkam habe ich mir dann das Motorrad gekauft, nach vielen Jahren Pause .

        Mein Vater war jemand, der immer gesagt hat: „Mache ich Morgen, nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr“ oder „mache ich , wenn …. “

        Dann hatte er einen Unfall auf der Arbeit und war von heute auf Morgen querschnittsgelähmt .. Das war es dann mit all den tollen Vorhaben .

  • Jürgen sagt:

    Hallo Stefan, und hallo an die anderen hier im Blog

    Als ersten möchte ich Dankeschön sagen an Stefan für die Idee und die Umsetzung, für das was wir hier tätigen können, unsere Gedanken und Gefühle äußern, ohne einen Shitstorm auszulösen 😊 Auch für die Motivation freitags Deine Email zu lesen… TOP und motivieren

    Ich selbst finde alles noch sehr surreal, sitze wie viele Menschen im Homeoffice und verfolge die aktuelle Situation auf der Welt, in der Hoffnung das nicht noch mehr Menschen sterben an diesem Virus, und das wir schnell ein Mittel zu Bekämpfung finden.

    Was mich persönlich noch sehr traurig stimmt, ist der Egoismus den ich, vor der Türe vorfinde, in Supermärkten usw.…. auch wenn es weniger wird, sollten wir sicher stellem, dass wir uns mit mehr Mitgefühl eindecken!!!

    Die Welt wird eine neue sein nach Covid 19, wir müssen in vielen Bereichen umdenken, und unseren Egoismus sowie fehlende Wertschätzung ändern oder neu finden.

    Ich persönlich wünsche mir von der Menschheit und mir selbst, nach Corona!

    Mehr Wertschätzung -Menschen gegenüber
    Weniger Aktionismus
    Ruhe genießen
    Mit sich selbst wieder beschäftigen können
    Das Wort Stress neu zu definieren
    Statussymbole zu überdenken
    Dankbar zu sein – wenn ich morgens die Augen aufmachen darf
    Aufmerksamkeit anderen gegenüber
    Natur wieder schätzen zu lernen
    Glücklich sein mit dem was man hat
    Neider hinterfragen, ob es die richtigen in meiner Freundesliste sind
    Die Off Tasten am Handy und Fernseher wieder zu aktivieren
    Nachrichten weitesten auszublenden

    Es gibt sicherlich noch viele Punkte, die mich umtreiben…. werde mich diesen widmen, und auch regelmäßig tracken, wie weit ich in der Umsetzung bin.

    Herzliche Grüße und bleibt alle gesund !!
    Jürgen aus Stuttgart

    • Stefan sagt:

      Hi Jürgen,

      danke für diesen tollen Beitrag!

      Ich weiß nicht ob du jemals die Fernsehserie „the walking dead“ gesehen hast. Dort geht es um eine Zombie Apokalypse… Aber eigentlich geht es darum, wie die verbliebenen Menschen mit der Situation. Und in dieser Serie sieht man ganz deutlich wie sich der Innere Kreis näher rückt, während man sich von allen anderen Menschen noch mehr abgrenzt.

      Ich glaube das gleiche passiert gerade. Freunde und Familie rücken zusammen, während den Fremden das Klopapier aus dem Einkaufswagen gestohlen wird.

      Nicht schön, interessant aber schon.

      Viele Grüße
      Stefan

  • Fabian sagt:

    Bei mir hat sich mittlerweile so etwas wie „Corona-Routine“ eingestellt. Ich habe mich so langsam an die Situation gewöhnt und mich mit den neuen Gegebenheiten arrangiert. Dennoch bleibt eine Unsicherheit und Angst. Ich hoffe, dass weder ich noch meine Liebsten schwer erkranken – meine Eltern gehören beide zur Risikogruppe. Zudem bleibt auch eine Unsicherheit hinsichtlich der Zeit nach Corona: Wie schwer wird der wirtschaftliche Abschwung werden? Wird sich die Gesellschaft verändern?
    Zudem vermisse ich (natürlich) auch meinen Alltag aus dem normalen Leben. Ich vermisse die Treffen mit Kumpels, den Besuch von Kulturveranstaltungen sowie den Besuch von Fußballspielen.

    Ich hatte mit großen Interesse in Stefans Buch die Ausführungen zur Routine gelesen und konnte dem auch zustimmen. Ich habe aber jetzt in der Krisenzeit gemerkt, dass Routine auch Halt und Sicherheit geben kann. Gerade in der Zeit Anfang/Mitte März – als sich alles änderte – habe ich eine große Unsicherheit bei mir festgestellt. Ich merke jetzt, dass mir die Corona-Routine („das Erwartbare“) Sicherheit gibt. Nach so vielen Veränderungen bin ich momentan über einen vorhersehbaren Tagesablauf nicht unglücklich.

    Durch die Krise ist mir nochmals bewusst geworden, welch privilegiertes Leben ich in normalen Zeiten führen kann. Ich konnte mir Gedanken zu so Dingen wie Selbstverwirklichung/-entfaltung nur deshalb machen, weil ich mir zu vielen grundlegenden Dingen keine Gedanken machen musste. Essen und Trinken ist reichlich da – ein Dach über dem Kopf auch. Ich habe ein geregeltes, sicheres Einkommen sowie ein solides soziales Umfeld mit Familie und Freunden. Ich habe alle Freiheiten mein Leben zu gestalten. Mir ist nochmals so richtig bewusst geworden, wie sehr ich das schätzen sollte – weil es eben nicht selbstverständlich ist.

    • dirk sagt:

      Hallo Fabian, ich denke und hoffe, das die Menschen mal wieder etwas dankbarer werden und nicht alles selbstständig sehen . Das nichts selbstverständlich ist, zeigt gerade die Krise.

    • Stefan sagt:

      Hi Fabian,

      das ist ein interessanter Punkt mit den Routinen.

      Was ich auch super erstaunlich finde ist, wie schnell wir uns mit der neuen Situation arrangieren. Das zeigt auch dein Beitrag perfekt. Mir geht es da ganz ähnlich.

      Aber überlege mal du hättest deinen Kumpels an Silvester prophezeit was im März abgehen wird…

      Und dennoch passen wir uns an. Auch an das Undenkbare.

      Ich glaube, selbst wenn uns Aliens besuchen würde, hätten wir uns in kürzester Zeit selbst daran gewöhnt 🙂

  • Hallo Stefan,
    Danke für deine Freitagsmail und diese Rubrik.
    Ich bin hier in Ghana seit 14.03. und werde jetzt auch erst mal nicht zurück können. Ich erlebe es hier ähnlich wie du in Australien. Alles geschlossen, Straßen gesperrt usw. Eigentlich sollte es nur ein 3 wöchiger Urlaub sein, der sich jetzt verlängert. Aber ich bin garnicht traurig darüber, denn 1. wollte ich schon länger mal über eine längere Zeit bleiben, was aber wegen meiner Arbeit
    ( Kita) nicht möglich war
    2. mein Mann, geboren in Ghana, zurück zu seinen Wurzeln möchte und
    3. wir super untergekommen sind, da liebe Freunde uns ihr altes Haus zur Verfügung gestellt haben.
    In dieser Zeit genieße ich die Einfachheit, zb Handwäsche, alles geht ruhiger von statten oder garnicht, kaltes Wasser usw. Ich bin so weit, mein Leben zu entschleunigen und zu reduzieren. Hier ist es eine gute Möglichkeit zu üben. Wie es danach weitergeht, wenn wir zurück nach Deutschland kommen, weiß ich nicht genau. Aber Gott wird Türen öffnen und uns unseren Träumen näher bringen und Mut dazu geben.
    Ich hoffe, die Prioritäten im Leben werden in Deutschland nach der Krise neu gesetzt. Sonst habe ich Sorge, das wir alle nicht daraus gelernt haben.
    In diesem Sinne
    liebe Grüße von Heike

  • >