3 Fragen Für ein Gutes Leben

Wer gute Fragen stellt ist auf dem richtigen Weg zum guten Leben.

Warum?

Darum geht es jetzt. Du wirst 3 Fragen kennenlernen, die dein Leben nicht nur besser machen, sondern auch verändern können.

Bereit?

Wer jemals vor einer Entscheidung oder einen Problem stand, der weiß: Denkprozesse sind super unorganisiert. 

Gedanken blubbern aus dem Unterbewusstsein herauf, fesseln uns, nur um sich durch die Hintertür wieder zu  verabschieden und schnell haben wir unsere Erkenntnisse wieder vergessen.

Wie schön es doch wäre "organisiert" zu denken. Aber wie funktioniert das? 

Mit guten Fragen!

Gute Fragen stellen: eine Kunst

Sich selbst und anderen gute Fragen zu stellen ist eine Kunst. Vielleicht sogar ein Handwerk oder wenn du mich fragst: eine Superkraft.

Gute Fragen steuern das Denken. Aus einer wilden Fahrt wird ein geordneter Ausflug mit zählbaren Ergebnissen

Hier sind drei meiner Lieblingsfragen:

1. Wie viel würdest du in der Zukunft zahlen, um in diesen Moment zurück zukommen?

Ich stelle mir diese Frage, wenn mich ein Moment nervt. Wenn ich nicht machen kann was ich will, wegen dem blöden Virus. Wenn ich von meinen Mitmenschen genervt bin, weil wir aufeinander hocken.

Ich stelle mir einen alten Stefan vor. Auf einer seiner letzten Runden um die Sonne; alt, schwach und grau und faltig. Und dann stelle ich mir vor ich könnte zurück kommen in diesen Moment, der mich gerade so nervt. 

Und ich könnte nochmal diesen jungen gesunden Körper spüren. Und Zeit mit den Menschen verbringen, die vielleicht nicht mehr in meinem Leben sind. Und ich kann laufen ohne Schmerzen. Und pinkeln auch.  

Und das was mich nervt, das würde so klein erscheinen. So verdammt unwichtig und irrelevant. Und das ist es auch.

2. In wieweit bist du selbst an der Entstehung von Zuständen beteiligt, die du nicht magst?

Autsch. Diese Frage kann weh tun.

Dein Partner schreit dich an und behandelt dich respektlos?
Wie kann er nur!

Aber vielleicht stellst du dich ihm nicht entschlossen genug entgegen und zeigst ihm die Tür, durch die er laufen kann, wenn er dich nochmal so behandelt?

Dein Chef übergeht dich bei der Beforderung?
Gemein!

Aber weiß er, wie sehr du die Beförderung willst? Ist ihm bewusst, dass du in der Vergangenheit hart gearbeitet hast? Ist ihm klar, dass du bereit bist einen neuen Arbeitgeber zu finden, der deine Arbeit mehr schätzt?

Es ist so verdammt leicht sich in die Opferrolle zu begeben. Aber die Wahrheit ist, dass wir meistens an der Entstehung von Zuständen, die wir nicht mögen beteiligt sind.

3. Was ist das schlimmste, dass passieren könnte?

Menschen haben Angst vor Veränderungen. Genauer genommen vor der Unsicherheit, die Veränderung mit sich bringt.

Das ist keine bewusste Entscheidung, so sind wir programmiert. Und das führt dazu, dass Menschen lieber Unglück wählen statt Unsicherheit.

Und wenn wir vor großen Entscheidungen stehen, dann übernehmen diese Denkmuster die Überhand und wir verharren und machen nichts.

Wenn du vor einer Weggabelung stehst, die dein Leben auf den Kopf stellen könnte, dann frage dich:

"Was ist das schlimmste, dass passieren könnte?"
Und male es dir aus. Drastisch.

Ohne diese Frage, wäre ich wahrscheinlich niemals auf Reisen gegangen, denn ich hatte Angst meinen Job zu kündigen.

Warum?

Weil ich Angst hatte keinen anderen mehr zu finden.

Ist das realistisch? Ist es wirklich unmöglich keinen neuen Job mehr zu finden? Eher unwahrscheinlich.

Und selbst, wenn ich keinen Job finden würde, ich komme zum Glück aus einem Land in dem niemand verhungern muss. Es würde sich sicherlich ein Weg finden lassen. 

Das ist befreiend. Es ist viel besser dem Gespenst in die Augen zu schauen, als nicht zu wissen mit was man es zu tun hat. 

Hat sich gelohnt.

Lifestyle Veränderungen haben meistens ein sehr gutes Risiko - Nutzen Profil. 

Das bedeutet, die Chancen sind höher, als die Risiken.

Aber die Risiken sind schön eingepackt in Unsicherheit. Daher müssen wir dieses Bündel erstmal öffnen. Das gelingt sehr gut mit dieser Frage.

Wenn wir reinschauen, werden wir in den meisten Fällen überrascht sein: Gar nicht so schlimm!

Du bist dran!

Ich bin Fragensammler! Hast du gute Fragen? Schreib Sie uns bitte bitte in die Kommentare! 

Was ist deine Lieblingsfrage?

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  • Karin sagt:

    Hi Stefan,
    schön geschrieben und mal wieder auf den Punkt. Ich finde auch nicht schlecht: Welches war der schönste/schlechteste Tag der letzten Woche, des letzten Monats usw.? Wenn ich mir die Frage stelle, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie „unbewusst“ man eigentlich manche Dinge wahrnimmt und leider auch schöne/lustige Momente schnell wieder vergisst oder zumindest bald nicht mehr einordnen kann. Und: Auf was freue ich mich heute/in der nächsten Woche am meisten?
    Den Spieß deiner Frage von oben (wieviel würde ich für diesen Moment zahlen?) umgedreht, frage ich mich aber schon auch manchmal, v.a. zur Zeit: Wie viel würde ich zahlen, um bestimmte Momente oder ganze Phasen – oder Personen -komplett vergessen zu können? -Ist zwar schmerzhaft, aber hilft. Denn als anständige Schwäbin würde ich für sowas kein Geld ausgeben 😉 Mir wird dann meistens klar, dass ich auch die bösen Erinnerungen schon alle überleben und bestenfalls auch daraus lernen werde (kleiner Link zu „Verzeihen ohne zu vergessen 😉 ).

    So, das waren mal meine Gedanken zum Freitag.

    Ach ja, eine wichtige Frage habe ich vergessen: Was zur Hölle ziehe ich heute an?!? 🙂

  • Dennis sagt:

    Was wäre wenn wir morgen nur mit dem aufwachen, für das wir heute gedankt haben?

      • Dennis sagt:

        Mir fallen da spontan tausend Dinge ein.
        Mehr oder weniger sauberes Wasser, saubere Luft zum atmen. Ein Dach über dem Kopf. Gesunde Kinder, ein gesunder Körper. Die Sonne die scheint der Wind der weht, die Vögel die singen. Ein gefüllter Kühlschrank. Strom aus der Steckdose, Wasser aus der Wand. Die Wärme des Ofens. Der Nachbar der grüßt. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Für all das bin ich dankbar, sehr sogar. Denn es ist nicht selbstverständlich. Für viele liegen diese Dinge in schier unerreichbarer Ferne.

    • Stefan sagt:

      BÄÄÄÄÄÄÄÄM! Hammer!!! Finde ich richtig gut!

  • Theo sagt:

    Menschen gehen zu einer Arbeit, die Ihnen seit Jahren schon nicht gefällt. Frauen bleiben bei ihren Männern, die sie sie schlecht behandeln. Ich treffe mich mit Freunden, obwohl ich weiß, dass sie mir nicht gut tun. Ich übernehme Aufgaben im Verein, obwohl ich keine Lust darauf habe … Es gibt viele Dinge, die wir tun, die uns aber nicht gut tun. Und doch gibt es immer einen guten Grund, weshalb wir es tun.

    Weil ich Angst vor Veränderung habe? Weil es besser ist schlechte Freunde zu haben als gar keine? Weil eine schlechte Behandlung durch meinen Partner einem immerhin das Gefühl gibt, beachtet zu werden? Weil ein Job im Verein mir das Gefühl gibt, gebraucht zu werden? …

    Um sich selbst auf die Schliche zu kommen, weshalb wir Dinge tun, die uns scheinbar nicht gut tun, ist die wichtigste Frage: Was ist MEIN GUTER GRUND, warum ich das tue? Die Antwort darauf kann der erste Schritt sein, es anders zu machen.

    • Stefan sagt:

      Sehr gute Frage Theo.

      Hab auch nicht weniger von dir erwartet 🙂

      Ich finde es super hilfreich, sich mehrmals zu hinterfragen. Das zielt in die die gleiche Richtung.

      Vielleicht ist mein guter Grund, dass ich mich mit Freunden treffe, dass ich ich mich einsam fühle.

      Warum fühle ich mich einsam?

      Weil ich niemanden in meinem Leben habe, der bestimmte Interessen oder Ansichten mit mir teilt.

      Warum habe so jemanden nicht in meinem Leben?

      Vielleicht, weil sich mein Freundeskreis seit Schulzeiten nicht verändert hat, meine Ansichten aber schon.

      Vielleicht sollte ich also daran arbeiten Menschen kennenzulernen, die ähnlich ticken.

      Viele Grüße
      Stefan

  • Felix sagt:

    …wegen DES Virus.

    Aber Fragen waren das Thema.
    Mit Fragen konfrontiere ich meine Mitarbeiter und Kollegen gern zum Jahreswechsel. Die Anregung dazu hatte ich mal aus der Süddeutschen irgendwann.
    In 2017/18 Jahr gab es zu Berlinern und Kaffee:
    Was hat sich 2017 verändert?
    Wie hat 2017 Sie verändert?
    Was haben Sie 2017 verändert?

    Wie hat 2017 Ihr Gewicht verändert?
    Wie hat 2017 Ihr Gesicht verändert?
    Wie hat 2017 Ihren Gang verändert?

    Der Senator war da.
    Wer war das noch gleich?
    Was sagte er, als er zu Besuch kam?
    Was hätten Sie gern gehört?

    Stellen Sie sich vor, Sie sind 1,20 Meter groß, fünf Jahre alt, Ihr Kindergarten wählt Sie zum Anführer.
    Was tun Sie:
    Für sich?
    Für die Kinder Ihrer Gruppe?
    Für alle Kinder im Kindergarten?
    Für alle Kinder der Welt?

    Hatten Sie schon einmal Angst vor einem Polizisten?
    Hatte ein Polizist schon einmal Angst vor Ihnen?
    Können Sie den Geruch von Tränengas beschreiben?

    Wie gut machen Sie sich mit Dingen vertraut, die Sie ablehnen?
    Wie gut machen Sie sich mit Dingen vertraut, die Sie befürworten?
    Was nimmt mehr Zeit in Anspruch?

    Welche Sorte Kämpfer sind Sie – dafür oder dagegen?

    Haben Sie jemals einem Menschen das Leben gerettet?
    Falls nein: warum nicht?

    Wohin entlädt sich, hierarisch betrachtet, Ihre Wut?
    Nach unten oder oben?
    Ihre Häme?
    Ihre Bewunderung?

    Haben Sie letztes Jahr Unwahrheiten verbreitet?
    Über wen?
    Und wie?

    Welchem Laster würden Sie gern hemmungsloser frönen?
    Warum tun Sie das nicht?

    Und die guten Wünsche:

    Sagen Sie nächstes Jahr zehnmal so oft Danke.
    Dasselbe gilt für Ja.
    Und für Entschuldigung.

    Markieren Sie dafür Ihre Neins mental mit der Farbe Rot, und ersetzen Sie sie, sobald sie auftauchen, mit Ja.

    Basteln Sie 2018 mal nicht an Ihren negativen Eigenschaften herum.
    Konzentrieren Sie sich doch lieber auf drei, vier Dinge, die wirklich gut sind in Ihrem Leben.
    Und dann tun Sie nichts anderes, als diese Dinge noch besser zu machen!

    • Stefan sagt:

      Hallo Felix,

      der Dativ und so 😉

      In welcher Form haben die Mitarbeiter / Kollegen die Fragen bekommen?

      Auf Papier? In einer Email? In der Runde?

      Und wie wurde geantwortet?

      Gefällt mir auf jeden Fall sehr gut.

  • Regina sagt:

    Viele glauben dass wir eine bestimmte Aufgabe im Leben haben. Sie soll unserem Leben einen Sinn geben und uns glücklich machen. Ich habe diese Aufgabe noch nicht gefunden.
    Deshalb meine Fragen.

    Was ist meine Lebensaufgabe?

    Macht mich diese Lebensaufgabe zu einem glücklicheren Menschen?

    Gibt es überhaupt so etwas wie eine Lebensaufgabe?

  • Klaus sagt:

    Hallo Stefan, es ist Dein erster Newsletter der mich auf meiner Terrasse in der Sonne erreicht. Deine erste Frage stellst sich für mich eigentlich nicht ausser vielleicht wenn ich an verloren gegangene Menschen denke.Du merkst vielleicht das ich was älter bin als Du. Das Ziel des Lebens ist der Weg. Jeder Augenblick der vergeht ist voll mit Erfahrung und Entdecken und jede Zeit hat seine besonderen Reize, warum also Zeit zurück kaufen, zumal Du Deine Erinnerungen und Erfahrungen ebenfalls verlieren würdest. Meine Fragen an Dich: wie gehst Du mit der jetzigen Situation um?? Bist Du nicht im nach hinein glücklich und dankbar das Du die Möglichkeit hattest, und sie auch genutzt hast, um diese Reise mit dem Motorrad zu machen? Was würdest Du tun wenn Du genau jetzt noch 10 Jahre jünger wärst??
    Deine zweite Frage kann ich nur mit „Jaaaaa“ beantworten. Ich finde das ist aber gut so, denn wie soll der Mensch lernen wenn er keine Fehler macht???
    Deine 3. Frage ist eine emotionale Frage für mich und ich weiss das viele Menschen nicht daran denken weil sie es nie erleben mussten. Das schlimmste finde ich ist seinen geliebten Lebenspartner zu verlieren, oder noch schlimmer vielleicht eines seiner Kinder. Das passiert häufiger als Du Dir das vorstellen kannst, nicht nur jetzt in diesen Zeiten! Das ist wahrscheinlich nicht die Antwort die Du erwartet hast aber es ist die Wahrheit. Denk mal drüber nach. Viele Grüsse aus Frankreich

    • Stefan sagt:

      Hallo Klaus,
      danke für deinen Beitrag!

      Bei der dritten Frage geht es eher um Lifestyle Entscheidungen, nicht um das absolut schlimmste, dass passieren könnte.

      Zum Beispiel: Was wäre das Schlimmste, dass passieren könnte wenn ich meinen Wohnsitz nach Frankreich verlagern würde?

      Auf der anderen Seite glaube ich, dass es eine gute Übung ist sich seine eigene Sterblichkeit und die anderer vor Augen zu führen. Ich glaube es macht das Leben nicht nur besser, sondern Beziehungen viel tiefer.

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